Liesmich

Über dieses Dokument: das NG Navi

Dieses Dokument ist für dich zur Orientierung gedacht. Es lebt, wächst und wird nach und nach verbessert, ergänzt oder angepasst. Die Ausarbeitung und Umsetzung des NG Navi ist eine kontinuierliche Aufgabe – und in keinster Weise perfekt oder fertig. Die Inhalte wachsen mit den Menschen aus der Bewegung und verändern sich gemeinsam mit ihnen. Work in progress ist hier also Programm.

Zur Orientierung: Wir haben uns bei der Bewegungsstruktur der NG an der Organisationsform Soziokratie orientiert, weil diese auf Gleichwertigkeit und Selbstorganisation basiert. Und das ist uns wichtig! Unsere definierten Leitlinien findest du zum Nachlesen als Werte & Miteinander auf unserer Homepage hier.

Grundsätzlich organisieren wir uns in selbstverwalteten Kreisen, in denen Entscheidungen gemeinsam und auf Augenhöhe per Konsent getroffen werden. Konsent ist ein Entscheidungsprinzip, bei dem ein Vorschlag angenommen wird, wenn kein schwerwiegender, begründeter Einwand dagegen vorliegt. Details dazu findest du unter Entscheidungen. Unser Ziel mit diesem Vorgehen ist, Macht fair zu verteilen, für Transparenz zu sorgen sowie die Beteiligung aller zu fördern.

Wie funktioniert das Dokument?

Von der grundlegenden Struktur über unser Organigramm bis hin zur Meeting-Struktur findest du viele Themen, die deine Fragen zur Organisation beantworten und dein Mitwirken erleichtern. Das Dokument dient als Leitfaden und erklärt verschiedene Strukturen sowie Vorgehensweisen der NG. Über das Inhaltsverzeichnis links springst du direkt zu jedem Thema.

Dir fehlt etwas, du hast Feedback oder Fragen? Dann melde dich gern beim Ankerkreis.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

DNA

Hope is not a lottery ticket you can sit on the sofa and clutch, feeling lucky. It is an axe you break down doors with in an emergency.

— Rebecca Solnit, Hope in the Dark

Jemand, der weiß, dass er widersprechen kann, weiß auch, dass er gewissermaßen zustimmt, wenn er nicht widerspricht.

— Hannah Arendt, Ziviler Ungehorsam (sinngemäß)

In der gleichen Weise, wie Gewalt institutionalisiert wurde, können wir ihr Gegenmittel – Gewaltlosigkeit – institutionalisieren. Wir können Institutionen, Strukturen und Politiken aufbauen, die ständig eine neue Art des Miteinanders stärken.

— Kazu Haga, Healing Resistance

We must never be afraid to make some noise and to get in good trouble, necessary trouble.

— Grace Lee Boggs, A revolutionary life

Wir könnten pflegen statt beherrschen, regenerieren statt ausbeuten, teilhaben statt verwerten.

— Eva von Redecker, Revolution für das Leben

Times are urgent – let's slow down!

— Bayo Akomolafe, Essay

Wir sind die Neue Generation und gemeinsam gestalten wir den Aufbruch in eine demokratische, gerechte und liebevolle Gesellschaft.

Wir wollen einen grundlegenden Wandel hin zu einer lebendigen Erde, echter Demokratie, einer Kultur der Menschlichkeit und einer nachhaltigen Wirtschaft. Dabei handeln wir aktiv, bauen neue Strukturen auf und stellen uns gewaltfrei gegen Ungerechtigkeiten.

Unsere Bewegung basiert auf einem klaren Rahmen, der uns Orientierung gibt und es uns ermöglicht, gemeinsam handlungsfähig zu bleiben. Dieser Rahmen wird von unserem Rahmenteam definiert, getragen und weiterentwickelt. Alle, die sich mit unserer Grundphilosophie identifizieren und innerhalb dieses Rahmens handeln, sind Teil der Neuen Generation.

Der Bewegungsrahmen besteht aus vier Elementen:

  1. Vision und Verständnis von Wandel – welche Veränderungen wir anstreben und wie wir sie erreichen wollen.
  2. Werte – das Herz unserer Bewegung. Unsere Werte geben uns Richtung, prägen unsere Haltung und unser Handeln in der Welt und unseren Umgang miteinander.
  3. Gelebte Praxis: Leitlinien fürs Miteinander – unser Weg, den Wandel schon heute zu leben: im Umgang miteinander, im Teilen von Verantwortung und im Aufbau einer neuen, menschlicheren Kultur.
  4. Protestkonsens – wie wir widerständig sind: unser gemeinsamer Rahmen für Aktionen und Haltung, gewaltfrei, mutig und mit Herz.

Vision und Verständnis von Wandel

Unsere gemeinsame Vision: ein Aufbruch in eine neue Welt

Wir träumen von einer menschlichen, demokratischen Gesellschaft auf einem lebendigen Planeten – getragen von einer Wirtschaft, die dem Leben dient. Unsere Vision ist eine Welt, in der Gerechtigkeit, Mitgefühl, Würde und Respekt für alle Menschen und Lebewesen im Zentrum stehen. Wir streben nicht nur nach kleinen Veränderungen, sondern nach einem tiefgreifenden kulturellen Wandel.

Dafür verfolgen wir vier zentrale Ziele:

  1. Lebendiger Planet. Die Erde ist unser Zuhause – wunderschön, lebendig, einzigartig. Wir sind Teil ihres großen Ganzen, tief verwoben mit ihren Kreisläufen. Deshalb treten wir der Klimakatastrophe entschieden entgegen und setzen uns dafür ein, diesen Planeten als Lebensraum für alle Wesen zu schützen. Dazu gehört eine nachhaltige Lebensweise, die die natürlichen Grenzen der Erde achtet, statt sie auszubeuten. Wir handeln aus Liebe zur Welt.

  2. Starke Demokratie. Wir gestalten eine Demokratie, in der die Menschen entscheiden, nicht das Geld. Mit neuen Beteiligungsformen wie gelosten Gesellschaftsräten (deliberative Demokratie) auf lokaler und bundesweiter Ebene stärken wir das Vertrauen in die Demokratie. So überwinden wir Machtlosigkeit, verhindern Machtkonzentration und wehren uns gegen Populismus, Lobbyismus und die Herrschaft von Wenigen.

  3. Kultur der Menschlichkeit. Wir gestalten eine Kultur, in der Solidarität, Gemeinschaft und Mitgefühl im Mittelpunkt stehen. Wenn Menschen sich sicher, würdevoll und zugehörig fühlen, können sie ihre Fähigkeiten entfalten und aktiv an den Herausforderungen unserer Zeit mitwirken. Es soll allen Menschen gut gehen und alle sollen das bekommen, was sie brauchen.

  4. Faire und nachhaltige Wirtschaft. Die Wirtschaft soll dem Leben dienen – nicht umgekehrt. Wir setzen auf Kooperation statt Konkurrenz und orientieren uns am Gemeinwohl statt am Profit der Wenigen. Wir gestalten ein Wirtschaftssystem, das Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit fördert, ohne natürliche Ressourcen, menschliche Arbeitskraft oder weitere Lebewesen auszubeuten.

Unser Verständnis von Wandel

Wir arbeiten für eine demokratische, liebevolle Revolution. Wir glauben, dass Veränderung von einer breiten Bewegung ausgeht, die auf demokratischen Prinzipien und Gewaltfreiheit basiert. In Gesellschaften entstehen immer wieder Bruch-Momente, in denen sich ein Fenster für tiefgreifende Veränderungen öffnet. In solchen Momenten wollen wir vorbereitet, organisiert und vernetzt sein, sodass wir gewaltfrei unsere Ziele erreichen können.

Wir konzentrieren uns dabei auf zwei Bereiche.

Aufbauen. Wir handeln aktiv und selbstbestimmt, statt weiter auf Veränderung durch die bestehenden Machtstrukturen zu hoffen und Forderungen an die politischen Institutionen zu stellen. Wir gehen davon aus, dass die bestehenden Systeme die Probleme, die sie geschaffen haben, nicht lösen können. Anstatt weiter in alten Machtstrukturen festzustecken, beginnen wir, eine lebensdienliche, demokratische und gerechte Gesellschaft selbst aufzubauen – hier und jetzt.

  • Wir bauen Parlamente der Menschen auf, um unsere demokratische Teilhabe zu sichern und die kollektive Perspektive in politische Entscheidungsprozesse einzubringen. So entsteht eine echte Alternative zu den von Profit und Machtinteressen gelenkten Institutionen. Diese kann das aktuelle System ergänzen und wieder handlungsfähig machen.
  • Wir leben und verbreiten eine Kultur der Menschlichkeit, die auf Respekt, Fürsorge und Gemeinschaft basiert. Wir schaffen Räume, in denen Menschen sich verbinden, heilen und gemeinsam handeln können – als Gegenentwurf zur Vereinzelung, Einsamkeit und Konkurrenzlogik des aktuellen Systems.
  • Wir gestalten die Infrastruktur für eine neue Gesellschaft, die nicht auf Ausbeutung und Gewalt, sondern auf Kooperation und Gerechtigkeit basiert. Dazu gehören eigenständige Netzwerke, kollektive Strukturen und Orte, an denen wir unsere Werte schon jetzt praktisch leben können. Wir treten zu Wahlen an, um dann Entscheidungen an Gesellschaftsräte abzugeben.

Einmischen. Es ist unsere Verantwortung, nicht länger zuzusehen, sondern aktiv einzugreifen, wo Menschenwürde verletzt und die Grundlagen des Lebens zerstört werden.

  • Wir akzeptieren keinen „negativen Frieden", in dem Ungerechtigkeiten wie die Missachtung von Menschenwürde und die Zerstörung unserer Welt bestehen bleiben dürfen.
  • Durch gewaltfreien Widerstand machen wir das Unrecht sichtbar, besprechbar und schaffen so die Möglichkeit für Veränderung. Wir handeln im Bewusstsein, dass Protest Spannungen erzeugt, diese jedoch konstruktiv sein können und für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft notwendig sind.
  • Wir trainieren eine gewaltfreie und friedliche Kultur des Protests. Damit bereiten wir uns auf Bruchmomente vor, in denen alles auf dem Spiel steht. In diesen Momenten wollen wir gewaltfrei, deeskalativ und konsequent dafür eintreten, dass tatsächlicher Wandel hin zu einer liebevollen Gesellschaft stattfinden kann.

Werte & Haltung

Wir träumen von einer gerechteren, liebevolleren Welt – und wir handeln entsprechend. Unsere Werte geben uns dabei Orientierung, gerade dann, wenn es schwierig wird. Sie verbinden Kopf und Herz und erinnern uns daran, wofür wir uns engagieren.

Wir betrachten Gewaltfreiheit als unseren zentralen Grundsatz. Aus ihr leiten wir unsere Vision, unser Handeln und unsere Werte und Prinzipien ab. Gewaltfreiheit ist unsere Haltung zur Welt: mutig, mitfühlend, unbequem. Sie fordert uns heraus und verbindet uns miteinander – im Alltag wie im Widerstand.

Wir laden dich ein, die Werte mit klarem Blick, offenem Herzen und der Bereitschaft zur Mitverantwortung zu lesen.

  1. Verbundenheit und Solidarität. Wir verstehen uns als Teil einer größeren Gemeinschaft und handeln in gegenseitiger Unterstützung. Liebe und Mitgefühl sind für uns eine radikale Haltung in einer Welt, die auf Individualismus und Konkurrenz aufgebaut ist.

  2. Vertrauen in das Gute im Menschen. Wir glauben, dass Menschen gut sein wollen und können – und faire und unterstützende Bedingungen brauchen, um dementsprechend handeln zu können. Doch das bestehende System schafft oft Strukturen, die Gewalt und Trennung begünstigen, statt Mitgefühl und Verbundenheit zu fördern. Dieses System stellen wir in Frage – und setzen uns für eine Kultur ein, die das Gute im Menschen stärkt.

  3. Mut und Verantwortung. Wir akzeptieren keinen „negativen Frieden" auf Kosten von Gerechtigkeit. Wir übernehmen Verantwortung und mischen uns aktiv und sichtbar ein, wo Unrecht geschieht.

  4. Starke Demokratie. Wir wollen eine starke, lebendige Demokratie, bei der die Macht bei uns allen liegt – nicht bei denen mit dem meisten Geld. Demokratie muss geschützt und weiterentwickelt werden.

  5. Menschlichkeit und Versöhnung. Jeder Mensch – auch unsere „politischen Gegner" – verdient Respekt und Würde, unabhängig von Herkunft, Meinung oder Verhalten. Unser Widerstand richtet sich gegen ungerechte Strukturen und Systeme, nicht gegen Einzelpersonen.

  6. Bedürfnisorientierung und Fürsorge. Eine menschliche, gerechte Gesellschaft kann dann entstehen, wenn alle gut versorgt sind. Wenn Menschen sich sicher, würdevoll und zugehörig fühlen, können sie aufblühen – und sich mit ihren Fähigkeiten einbringen.

  7. Lebensfreude. Wir glauben daran, dass echter Wandel nicht aus Wut und Verzweiflung, sondern aus Freude am Leben entsteht.

  8. Risiken und Konsequenzen. Wir sind bereit, Risiken einzugehen und die Konsequenzen bewusst in Kauf zu nehmen, oder akzeptieren, dass andere aus unserer Bewegung dies tun, um Unrecht sichtbar zu machen und die Herzen der Menschen zu berühren.

  9. Hoffnung und Vertrauen. Wir vertrauen darauf, dass sich die Welt in Richtung Gerechtigkeit bewegen kann, auch wenn es manchmal nicht so aussieht – und wir handeln entsprechend.


Unser Verständnis von Gewaltfreiheit ist inspiriert von bekannten Persönlichkeiten wie Mahatma Gandhi und Martin Luther King Jr. sowie von zahlreichen anderen Bewegungen und Stimmen, die den Weg vor uns geebnet haben. Wir sind uns bewusst, dass gewaltfreier Widerstand eine lange Tradition hat und viele Menschen und Bewegungen in verschiedenen Teilen der Welt dazu beigetragen haben, seine Prinzipien weiterzugeben und weiterzuentwickeln. Unser Handeln ist ein Fortführen dieser Tradition, geprägt von den Lehren und der Weisheit all derer, die für eine bessere und gerechtere Welt gekämpft haben und kämpfen.

Gelebte Praxis: Leitlinien fürs Miteinander

Wir glauben: Eine andere Welt ist möglich – und sie beginnt in der Art, wie wir einander begegnen.

Das Gestalten einer mitfühlenden, verantwortungsvollen Kultur ist deshalb ein zentraler Teil unseres politischen Handelns. Wir leben den Wandel in unserem Miteinander und tragen ihn laut und sichtbar in die Welt hinaus. So wird spürbar, wie sich eine neue, menschlichere Kultur anfühlen kann – und wie viel Hoffnung in ihr steckt.

Unsere Leitlinien fürs Miteinander geben uns dabei Orientierung. Sie stärken unsere gemeinsame Ausrichtung und erinnern uns daran, klar, wach und verbunden zu handeln. Sie laden uns ein, berührbar zu bleiben, ehrlich zu sein, zuzuhören, bevor wir sprechen, und zu fühlen, bevor wir entscheiden. Gerade in Zeiten des Umbruchs brauchen wir Umgangsformen, die uns nicht nur durch den Wandel tragen, sondern ihn aktiv mitgestalten.

  1. Zugehörigkeit und Vielfalt. Wir schaffen eine einladende, bunte, offene Atmosphäre, in der sich alle sicher, willkommen und zugehörig fühlen dürfen – so wie sie sind. Vielfalt bereichert uns. Intoleranz nicht.

  2. Gewaltfrei kommunizieren. Wir üben uns in gewaltfreier, achtsamer Kommunikation. Wir hören einander zu und sprechen ehrlich darüber, was uns bewegt, was wir uns wünschen und was wir brauchen.

  3. Es darf uns gut gehen. Wir sind füreinander da, achten aufeinander und auf uns selbst. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Bedürfnisse und Grenzen, nehmen uns regelmäßig Zeit für Pausen, Erholung und Regeneration – und schaffen damit einen Teil des Wandels, den wir uns wünschen.

  4. Konstruktiver Umgang mit Konflikten. Konflikte gehören dazu – und wir sehen sie als Chance, etwas zu lernen und zu wachsen. Unser Ziel ist ein beziehungswahrender Umgang: offen, respektvoll und lösungsorientiert. Statt Schuld zuzuweisen, suchen wir gemeinsam nach Lösungen. Wenn wir alleine nicht weiterkommen, holen wir uns Unterstützung.

  5. Führung heißt vorangehen und empowern. Hierarchien lassen sich nicht immer vermeiden, doch sie sollten klar benannt, hinterfragbar und flexibel sein – immer ausgerichtet auf die Zusammenarbeit. Für uns bedeutet Führung, Verantwortung zu übernehmen, zu unterstützen, zu inspirieren und gemeinsame Prozesse zu fördern. Wir wollen uns gegenseitig ermächtigen, statt um Macht zu konkurrieren.

  6. Strukturelle Gewalt erkennen und überwinden. Wir erkennen an, dass Diskriminierung und Benachteiligung tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind – auch in unseren eigenen. Sie betreffen Menschen unterschiedlich, je nach Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, sozialem Status, Religion oder anderen Merkmalen. Wir setzen uns aktiv für die Veränderung dieser Verhältnisse ein und schaffen Gegebenheiten, in denen benachteiligte Gruppen gestärkt, gehört und unterstützt werden.

  7. Transparenz schafft Vertrauen. Wir sorgen so gut es geht für Transparenz von Informationen und Machtstrukturen.

  8. Lernen und Wachsen. Wir sind nicht perfekt – und das ist gut so. Wir geben einander Feedback, probieren aus, korrigieren, wachsen. Gemeinsam entwickeln wir uns weiter.

  9. Unterstützende Prozesse und Rituale. Wir pflegen verbindende Rituale wie Check-ins und Check-outs, die Vertrauen und Beziehung stärken. So etablieren wir eine gesunde und unterstützende Kultur, die es uns ermöglicht, uns zu entwickeln und uns sicher und lebendig zu fühlen.

Protestkonsens

Auch während des Protests verhalten wir uns entsprechend unserer Werte.

  1. Wir sind absolut gewaltfrei – sowohl in unseren Handlungen als auch in unserer Sprache (auch keine Beleidigungen). Das gilt sowohl untereinander als auch im Kontakt mit der Öffentlichkeit, der Polizei und allen anderen Menschen.

  2. Wir filmen und fotografieren unsere Proteste und veröffentlichen diese Aufnahmen. Wir stehen mit unserem Gesicht und unserem Namen zu dem, was wir tun.

  3. Wir achten darauf, durch unseren Protest niemanden zu gefährden. Wir arbeiten besonnen und bereiten den Protestablauf so vor, dass er für alle sicher ist.

  4. Wir kreieren eine Stimmung, in der sich alle Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen wohlfühlen können. Wir tolerieren keine Form von diskriminierenden Äußerungen oder Verhalten.

  5. Wir möchten es ermöglichen, dass so viele Menschen wie möglich am Protest teilnehmen können. Dafür schaffen wir verschiedene Angebote, die auf ein gemeinsames Protestziel hinwirken.

  6. Keine Person soll sich gezwungen fühlen, protestieren zu müssen. Ein Ausstieg ist zu jedem Zeitpunkt möglich. Wenn wir aussteigen, kommunizieren wir das deutlich an unsere Bezugsgruppe.

  7. Wir achten aufeinander. Innerhalb der Bezugsgruppe haben wir uns vorher über unsere Einschränkungen und Ängste ausgetauscht, kennen die Bedürfnisse voneinander und nehmen Rücksicht.

  8. Wir machen uns im Vorfeld des Protests mögliche Konsequenzen bewusst. Wir sind bereit, die Konsequenzen unseres Protests in Kauf zu nehmen. Das kann uns davon befreien, uns durch staatliche Repressionen einschüchtern zu lassen.

  9. Uns ist bewusst, dass wir in der Öffentlichkeit stehen und dass unsere Worte in der Presse und der Bevölkerung wirken und gegen uns verwendet werden können. Deswegen sind wir bedacht in dem, was wir nach außen tragen und wie wir uns verhalten.

  10. Wir führen keine Proteste unter Einfluss von Alkohol oder anderen Drogen durch. Wir haben weder Alkohol noch andere Drogen dabei.

Struktur

Wir organisieren uns soziokratie-inspiriert in selbstorganisierten Arbeitskreisen mit Rollen und Mandaten. Dieses Kapitel beschreibt, wie die Bewegung aufgebaut ist, wie Kreise entstehen und vergehen und wofür die einzelnen Hauptkreise stehen.

Grundlegende Struktur

Das Rahmenteam definiert, hält und entwickelt fortlaufend den grundlegenden äußeren Rahmen der Bewegung – also Vision, Werte und Prinzipien. Auch nachdem dieser Rahmen abgesteckt wurde, bleibt das Rahmenteam aktiv, um die Ausrichtung der Bewegung zu bewahren und bei Bedarf weiterzuentwickeln. Das Rahmenteam ist nach dem initialen Start der Bewegung nicht mehr operativ tätig, sondern wird nur bei Bedarf aktiv.

Die bundesweite Organisation, kurz Bundesorga, übernimmt Aufgaben, die für viele lokale Gruppen relevant sind und nicht überall neu erfunden werden müssen – etwa Infrastruktur, Kommunikation, Ressourcen oder Koordination. Sie sorgt dafür, dass die lokalen Gruppen sich auf ihre Arbeit vor Ort konzentrieren können, und unterstützt sie mit Wissen, Werkzeugen und Austausch.

Im Zentrum der Bundesorga steht der Ankerkreis. Er ist das strategische Bindeglied zwischen Vision und operativer Umsetzung. Der Ankerkreis übersetzt die langfristige Vision und die Werte des Rahmens in konkrete bundesweite Strategien, Kampagnen und Prozesse. Hier laufen die Fäden der wichtigsten Themenbereiche zusammen, und es werden bereichsübergreifende Entscheidungen getroffen.

An den Ankerkreis sind die Hauptarbeitskreise angedockt. Das sind thematische Gruppen wie Protestplanung, Kommunikation, Mobilisierung, Parlament der Menschen, Infrastruktur und Gemeinschaft. Jeder Hauptarbeitskreis arbeitet eigenständig, entwickelt ein eigenes Mandat und Selbstverständnis und kann weitere, spezifische Arbeitskreise gründen. Aus jedem Hauptarbeitskreis wird eine feste Person in den Ankerkreis delegiert, damit dort alle relevanten Informationen und Perspektiven zusammenkommen.

Die lokalen Gruppen sind schließlich das Herz der Bewegung. Sie arbeiten eigenständig und kreativ innerhalb des gemeinsamen Rahmens, setzen die Ziele vor Ort um und bringen ihre Erfahrungen und Bedarfe in die Gesamtbewegung ein.

Organigramm

Das aktuelle Organigramm der Bewegung wird als Grafik gepflegt und ist an dieser Stelle noch nicht hinterlegt.

Kreise, Rollen und Mandate

Kreise

Was ist ein Kreis?

  • Ein Kreis ist eine Gruppe von Menschen, die gemeinsam für ein bestimmtes Thema oder einen Aufgabenbereich verantwortlich sind.
  • Jeder Kreis hat klare Aufgaben und Rollen und trifft Entscheidungen im Sinne seines Mandats beziehungsweise Verantwortungsbereichs.

Wie sind die Kreise miteinander verbunden?

  • Der Ankerkreis ist das zentrale Bindeglied zwischen den Hauptkreisen.
  • Außerdem sind Kreise durch Delegierte beziehungsweise Schnittstellenbeauftragte mit übergeordneten und gegebenenfalls benachbarten Kreisen verbunden. Je nach Mandat kommen die Kreise außerdem eigenständig aufeinander zu, um dieses bestmöglich umzusetzen. Die konkrete Ausgestaltung des Mandats sollte bedarfsgerecht erfolgen und obliegt den jeweiligen Kreisen. So stellen wir sicher, dass Informationen und Perspektiven ausgetauscht werden und Entscheidungen gut abgestimmt sind.

Wann werden neue Kreise gegründet?

  • Immer dann, wenn Menschen Eigeninitiative zeigen und ein Thema, eine Aufgabe oder ein Problem entdecken, das bislang nicht abgedeckt ist.
  • Wenn bestehende Kreise zu groß werden oder sich Schwerpunkte so verändern, dass eine Neugründung sinnvoll erscheint.
  • Wenn innerhalb eines Kreises Aufgaben entstehen, die besser eigenständig bearbeitet werden können.

Wie werden neue Kreise gegründet?

  • Koordinationsperson festlegen
  • Selbstverständnis schreiben
  • Kreis und Koordinationsperson im Organigramm eintragen
  • Ist das zu bearbeitende Thema beziehungsweise die zu erledigende Aufgabe zeitlich begrenzt, wird anstelle eines Kreises eine Taskforce gegründet.

Wie und wann werden Kreise aufgelöst?

Ein Kreis wird aufgelöst, wenn er keinen aktiven Zweck mehr erfüllt oder seine Aufgaben anderweitig abgedeckt sind. Der Prozess:

  1. Initiative zur Auflösung. Der Kreis selbst oder der Ankerkreis stellt fest, dass der Kreis inaktiv ist, sein Mandat erfüllt wurde oder das Thema obsolet ist.
  2. Klärung und Kommunikation. Vor der Auflösung wird geprüft, ob noch Aufgaben oder Verantwortlichkeiten übertragen werden müssen. Anschließend wird die Entscheidung transparent über die zentrale Kommunikationsplattform geteilt.
  3. Anpassung des Organigramms. Der Kreis wird aus dem Organigramm entfernt und gegebenenfalls dokumentiert, warum er aufgelöst wurde – für spätere Nachvollziehbarkeit.

Onboarding neuer Mitglieder

  • Neue Mitglieder sollten zunächst in einem Gespräch mit einer oder wenigen Menschen aus dem Kreis über dessen Arbeit informiert werden. Hier sollten sie auch Raum haben, ihre Vorstellungen über ihr Engagement innerhalb des Kreises zu artikulieren und dessen Aufgaben und Funktionsweise zu erfragen.
  • Bei einem positiven Eindruck aller Beteiligten erfolgt dann die Einladung in die jeweiligen Kommunikationsstrukturen. Anschließend werden bei den regelmäßigen Treffen mögliche Aufgaben und Verantwortungen angeboten, um die neue Person schnell zu integrieren.

Mandate

Was ist ein Mandat, beziehungsweise welcher Kreis entscheidet was?

  • Jeder Kreis erhält von seinem Mutterkreis ein Mandat – also einen klar definierten Auftrag und Zuständigkeitsbereich. Innerhalb dieses Mandats entscheidet jeder Kreis selbst, wie er seine Aufgaben erfüllt. Tochterkreise sind ausdrücklich ermutigt, innerhalb ihres Mandats selbständig Entscheidungen zu treffen, damit die Organisation als Ganzes gut gelingen kann.
  • Im Sinne des Mandats entwickelt jeder Kreis für sich ein Selbstverständnis. Das Selbstverständnis dient dazu, sowohl das Mandat explizit auszuformulieren als auch Rollen zu definieren. Eine Vorlage für das Selbstverständnis findest du weiter unten.
  • Wenn eine Aufgabe nicht umgesetzt wird, fällt die Verantwortung zurück an den übergeordneten Kreis. Dieser klärt dann, wie die Aufgabe weiter bearbeitet oder anders verteilt wird.

Rollen

Was sind Rollen?

  • Rollen sind klar definierte Aufgaben- und Verantwortungsbereiche, zum Beispiel Koordinationsperson oder Schnittstellenbeauftragte, die von Personen innerhalb der Kreise übernommen werden. Dabei hat jede Person die Möglichkeit, je nach Kapazität verschiedene Rollen zu übernehmen oder auch mehrere Rollen gleichzeitig auszufüllen. Sie dienen dazu, Zuständigkeiten zu definieren und transparent zu halten.
  • Die Definition und Besetzung der Rollen wird im Selbstverständnis festgehalten.

Wie werden Rollen besetzt?

Über die offene Wahl: ein strukturierter, transparenter Wahlprozess, bei dem Vorschläge im Kreis offen geteilt und begründet werden – und die Entscheidung am Ende im Konsent getroffen wird.

  • Vorbereitung: Rolle, Laufzeit und gegebenenfalls gewünschte Qualifikationen definieren.
  • Vorschlagsrunde: Jede Person nennt offen eine Kandidatin oder einen Kandidaten (auch sich selbst) und begründet die Wahl.
  • Klärungsrunde: Verständnisfragen zu den Vorschlägen sind erlaubt, keine Diskussion.
  • Änderungsrunde: Alle können ihren Vorschlag ändern, nachdem sie die Begründungen gehört haben.
  • Wahlvorschlag: Die Moderation formuliert einen Vorschlag auf Basis der Nennungen.
  • Konsententscheidung: Der Kreis prüft, ob es schwerwiegende Einwände gibt. Wenn nein, ist die Wahl angenommen. Wenn ja, wird die Lösung gemeinsam angepasst, bis Konsent erreicht ist.

Selbstverständnisse der Hauptkreise

Dieser Abschnitt ist in Arbeit.

Allgemeine Arbeitsweise aller Kreise. Wir arbeiten gemäß den Strukturen und Prozessen, die in diesem NG Navi unter Struktur und Prozesse festgehalten sind. Dazu zählen zum Beispiel die Organisation in Kreisen, Rollen und Tochterkreisen mit klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten und die Entscheidungsfindung im Konsent. Wir stellen sicher, dass Entscheidungen, auch die der Tochterkreise, im Einklang mit unseren Werten, Prinzipien und Zielen stehen.

Rahmenteam

Höchster Sinn und Zweck

Das Rahmenteam trägt die Verantwortung für die langfristige Vision, die grundlegenden Werte und die langfristige Ausrichtung der Bewegung. Es stellt sicher, dass alle nachgelagerten Kreise im Sinne dieses Rahmens handeln und ihren jeweiligen Zweck erfüllen. Es entwickelt diesen gemeinsamen Rahmen weiter und schafft Orientierung für alle nachgelagerten Kreise. Es bildet den innersten Kreis unserer Zusammenarbeit.

Aufgaben und Mandate

  • Gestaltung, Pflege und Weiterentwicklung von Vision, Werten und Prinzipien der Bewegung
  • Entscheidung über grundlegende Rahmenbedingungen wie Ausrichtung, Struktur und Rollen
  • Sicherstellung, dass nachgelagerte Kreise innerhalb des vorgegebenen Rahmens arbeiten
  • Reflexion über die Gesamtentwicklung und strategische Ausrichtung der Bewegung
  • Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Sinne der gemeinsamen Vision

Aktuelle Rollen und Tochterkreise

Tochterkreis: Ankerkreis

Ankerkreis

Zweck des Arbeitskreises

Der Ankerkreis trägt Verantwortung für die bundesweite Koordination, die strategische Steuerung und die kurz- und mittelfristige Ausrichtung der Bewegung (Kampagnenplanung). Er übersetzt die langfristige Vision und unsere Werte, die durch das Rahmenteam gehalten werden, in konkrete überregionale Kampagnen, Prozesse und Strukturen. Als strategisches Bindeglied zwischen Vision und Umsetzung behält er sowohl das große Ganze als auch die Herausforderungen und Möglichkeiten im Blick.

Aufgaben

  • Planung und Koordination überregionaler Kampagnen
  • Mittelfristige strategische Planung und Ausrichtung der Bewegung
  • Verbindung zwischen langfristiger Vision und konkreter Umsetzung
  • Entwicklung und Pflege von Strukturen und Prozessen, die wirksames Zusammenarbeiten ermöglichen
  • Förderung von gemeinsamer Ausrichtung und Stärkung der Gemeinschaft innerhalb der Bewegung
  • Initiierung von Reflexions- und Lernprozessen zur Weiterentwicklung der Bewegung

Aktuelle Rollen und Tochterkreise

Tochterkreise: Mobilisierung, Kommunikation, Infrastruktur, Gemeinschaft, Protestplanung, Parlament

Taskforce Strategie

Wie übersetzen wir die Vision in eine Strategie und Ziele?

Die initiale Strategie wurde vom Rahmenteam entwickelt.

Ein Strategiekreis wird jeweils zu Beginn eines Quartals im Ankerkreis gebildet. Die Taskforce prüft die bestehende Strategie und entscheidet, ob eine Anpassung notwendig ist. Darüber hinaus kann eine Anpassung auch außerhalb dieses Rhythmus erfolgen, wenn besondere Ereignisse dies erfordern.

Falls eine Anpassung vorgenommen werden soll, folgt der Prozess diesen Schritten:

  1. Erarbeitung eines Vorschlags. Der Strategiekreis entwickelt einen ersten Vorschlag. Fehlen relevante Perspektiven oder Fachwissen, wird gezielt Input von anderen Personen eingeholt.
  2. Asynchrone Kommunikation. Der Vorschlag wird per Video oder Text an alle betroffenen aktiven Kreise kommuniziert, damit orts- und zeitunabhängig Feedback gegeben werden kann.
  3. Strukturierte Feedbackrunde. Die Bewegung gibt Rückmeldung, ergänzt und kritisiert.
  4. Finalisierung. Der Strategiekreis arbeitet das Feedback ein und stellt die finale Version der Strategie vor.

Wie entstehen Ziele?

  1. Nachdem die Strategie vorgestellt wurde, überlegt sich jeder Kreis eigenständig, welchen Beitrag er leisten kann und möchte. Dabei kann es auch notwendig sein, neue Kreise zu gründen, um bestimmte Aufgaben oder Themen abzudecken.
  2. Die Vorschläge der Kreise werden schriftlich festgehalten und über die Schnittstellen in den Ankerkreis eingebracht.
  3. Im Ankerkreis werden alle Zielvorschläge gesammelt, gemeinsam diskutiert und abgestimmt.
  4. Es kann mehrere Rückkopplungsrunden zwischen den Kreisen und dem Ankerkreis geben. So wird sichergestellt, dass alle Kreise koordiniert und abgestimmt sind, Abhängigkeiten erkannt werden und am Ende ein gemeinsames, tragfähiges Zielbild entsteht.
  5. Dieser Prozess darf nicht länger als zwei Wochen dauern.

Mobi-Kreis

Letzte Aktualisierung: August 2025

Höchster Sinn und Zweck

Der Mobi-Kreis trägt Verantwortung dafür, neuen Menschen in der Bewegung an Bord zu helfen. Das geschieht einmal durch Online- und Telefonarbeit (Kontaktformulare, E-Mails, Zooms, Catalyst als unsere Kontaktverwaltungssoftware), aber auch vor Ort, indem auf die Bewegung aufmerksam gemacht und in die Bewegung eingebunden wird (Act, Recruit, Train – der ART-Zyklus).

Er stellt den Lokalgruppen geeignete Mittel zur Verfügung, um zu wachsen und eigene Strukturen aufzubauen, und gibt ihnen eine Anbindung an die Bundesstruktur mit ihrem Informationsfluss. Er ist Ansprechstelle für Lokalgruppen.

Allgemeine Arbeitsweise

  • Wir arbeiten gemäß der unter Prozesse festgehaltenen Abläufe. Dazu zählen zum Beispiel die Entscheidungsfindung im Konsent oder die Organisation in Rollen und Tochterkreisen mit klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten.
  • Wir stellen sicher, dass Entscheidungen im Einklang mit den Werten, Prinzipien und Zielen der NG stehen. Dies gilt auch für Entscheidungen der aus unserem Kreis entstehenden Tochterkreise.
  • Das Selbstverständnis wird mindestens halbjährlich, nach jeder Protestphase sowie bei Änderungen im Kreis überarbeitet.

Aufgaben und Mandate

Bereich A: Online-Meetings

  • Onlinevorträge (donnerstags 18 Uhr)
  • Online-Folgetreffen (mittwochs 17:30 Uhr)
  • Unterstützung bei speziellen Zooms und Konferenzen, die auch sehr gut von anderen Arbeitskreisen einberufen werden können
  • Hilfe beim Vorbereiten von zusätzlichen Veranstaltungen wie Infocalls vor Revolution Days oder anderen großen Events

Bereich B: Kontaktnachverfolgung

  • Online-Kontaktnachverfolgung (Ringing), inklusive Betreuung der Ringing-Gruppe
  • Vor dem zentralen Parlament der Menschen die Ausgelosten kontaktieren; die Gruppe bildet sich bei Bedarf aus der Ringing-Gruppe
  • Anruf-Welle: alte Lokalgruppen-Kontakte anrufen, vor allem bis Dezember 2025
  • Catalyst: Kontakt zum internationalen Catalyst-Team halten, Software pflegen, Onboardings in die Software anbieten, zum Beispiel über Sprechstunden
  • Dienstags 17 bis 18 Uhr: gemeinsames Anrufen

Bereich C: Konzepte für lokale Formate (Talks, Social Direct Actions, Mini-Versammlungen, Trainings)

  • Organisation von Vorträgen und Trainings bundesweit beziehungsweise Unterstützung der Lokalgruppen dabei, inklusive Erstellen und Anpassen von Skripten und anderen Mobi-Strategien
  • Lokale Parlamente
  • Erstellen und Anpassen von Mobi-Material für Lokalgruppen in Absprache mit dem Kommunikationskreis: Sharepic-Vorlagen, Plakate, Infoflyer, Material für Social Direct Actions
  • Die erarbeiteten Konzepte werden als Angebot an die Lokalgruppen weitergegeben. Sie können von diesen – dem Wertekonsens und den Fernzielen entsprechend – abgewandelt werden, oder es können eigene Formate entwickelt werden.

Bereich D: Lokalgruppen-Austausch

  • Koordi-Check-in mittwochs 17 bis 17:30 Uhr: sicherstellen, dass der Call stattfindet und beworben wird, rechtzeitig die Infos für die Koordinationsmenschen zusammentragen, bei Anbindung und Aufbau der Lokalgruppen helfen
  • Dienstags 18 Uhr: Zeitslot, um Interessierte einzuarbeiten
  • Informationsfluss von der Bundesstruktur zu den Lokalgruppen und zurück sicherstellen, inklusive Betreuung der Signalgruppen
  • Unterstützung bei der Organisation von Vorträgen, Trainings und Social Direct Actions, gegebenenfalls mit Buddysystem; proaktiv mit Lokalgruppen einchecken, motivieren und Unterstützung anbieten
  • Materialpaket aktuell halten, in Absprache mit dem Mobi-Tochterkreis Konzeptionierung

Kreisleitungen

Die Kreisleitung ist verantwortlich für das reibungslose Funktionieren des Kreises. Sie sorgt dafür, dass Ziele und Aufgaben klar definiert und verfolgt werden, Treffen organisiert und die Kommunikation innerhalb des Kreises sichergestellt ist. Sie koordiniert die Arbeit, stellt notwendige Ressourcen bereit und sorgt dafür, dass alle Aufgaben effizient umgesetzt werden. Zudem ist sie dafür verantwortlich, die Strategie, Spannungen und die aktuelle Situation des Kreises an den jeweiligen Mutterkreis zu kommunizieren, um die Arbeit abzustimmen und anzupassen.

Parlamentskreis

Zweck des Arbeitskreises

Der Orga-Kreis für das Parlament der Menschen trägt Verantwortung für die Organisation des zentralen Parlaments der Menschen. Dazu gehören zum einen die logistische Planung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung. Zum anderen zählt die inhaltliche und methodische Ausgestaltung dazu.

Außerdem kommen die Auslosung und Koordination der Teilnehmenden des Parlaments der Menschen dazu. Und schließlich kümmert sich der Kreis in Kooperation mit dem Kommunikationskreis um alles Relevante in der internen und externen Kommunikation der Bewegung in Bezug auf das Parlament der Menschen. Dazu kommt bei Bedarf die organisatorische Beratung von lokalen Parlamenten der Menschen.

Aufgaben

Organisation, abhängig von der jeweiligen Veranstaltung:

  • Suche nach und Buchen von Veranstaltungsorten und Räumlichkeiten
  • Organisation der Verpflegung, Unterkunft und Infrastruktur
  • Recherche von notwendigen Materialien und Einrichtungen
  • Angebote einholen
  • Abstimmung mit Behörden
  • Erstellung eines Organisations-Leitfadens

Moderation und Inhalt:

  • Themenfindung und Konzeptentwicklung, inklusive Anschlussfähigkeit an andere Aktivitäten der Bewegung und Rahmenprogramm
  • Zusammenstellung und Briefing des Moderationsteams
  • Austausch und Abstimmung mit dem Demokratie-Kreis zu demokratietheoretischen und strategischen Fragen
  • Evaluation der Durchführung und Ergebnisse der Veranstaltung

Koordination der Teilnehmenden:

  • Mobilisierung und Auslosung der Teilnehmenden
  • Inhaltliche Vorentlastung und Vorbereitung der Teilnehmenden
  • Bedarfsmanagement und Betreuung der Teilnehmenden
  • Langfristige Anbindung der Teilnehmenden

Kommunikation:

  • Pflege der Website parlamentdermenschen.de
  • Redaktionelle und inhaltliche Zuarbeit für den Kommunikationskreis
  • Interne Abstimmungen mit anderen Arbeitskreisen

Koordinierung der Helfenden:

  • Mobilisierung und Betreuung der Helfenden
  • Koordination der Aufgaben im Vorfeld und vor Ort

Abwicklung:

  • Evaluation der Arbeitsweise und Zusammenarbeit
  • Abwicklung der Finanzen
  • Update und Pflege des Organisations-Leitfadens

Aktuelle Rollen und Tochterkreise

Zu besetzende Schnittstellen: zum Ankerkreis, zum Finanzkreis, zum Mobi-Kreis, zum Gemeinschaftskreis, zum feministischen Kreis, zum Kommunikationskreis, zum Basis-Support-Kreis und zur Protestplanung.

Tochterkreis: Demokratie-Kreis

Tätigkeiten: Moderation, Redaktion, Koordination der Teilnehmenden, Ideen für die Kommunikation und deren Umsetzung.

Demokratie-Kreis

Zweck des Arbeitskreises

Der Demokratie-Kreis hat sich zur Aufgabe gesetzt, die NG bei der Entwicklung einer langfristigen Strategie zu unterstützen. Dazu gehören theoretische Überlegungen zu progressiven Demokratie-Modellen, die in Zukunft Realität werden könnten, sowie zu möglichen Theories of Change, die den strategischen Handlungsspielraum der NG definieren können. Und schließlich zählt die demokratietheoretische Beratung des Parlamentskreises dazu.

Aufgaben

  • Demokratie-Modelle sammeln, zusammenfassen und kritisch betrachten; demokratietheoretisches Wissen an interessierte Personen und Kreise innerhalb der NG weitervermitteln
  • Die aktuelle Theory of Change der NG reflektieren, mögliche neue entwickeln und daraus abgeleitet Vorschläge für die Strategieentwicklung erarbeiten
  • Entscheidungen und Entwicklungen aus dem Orga-Kreis des Parlaments der Menschen reflektieren und Vorschläge für Vorgehensweisen entwickeln

Vorlage Selbstverständnis

Diese Vorlage hilft neuen Kreisen dabei, ihr Selbstverständnis zu formulieren.

Höchster Sinn und Zweck

Bitte formuliere hier, welche Verantwortung der Kreis trägt und welches Mandat übernommen wurde.

Aufgaben und Mandate

Bitte skizziere hier in Stichpunkten die Aufgaben – also die konkreten Tätigkeiten, die in diesem Kreis übernommen werden – sowie die Mandate, also wofür der Kreis verantwortlich ist.

Aktuelle Rollen und Tochterkreise

Bitte liste hier auf, welche Rollen verteilt wurden und welche Tochterkreise es gibt.

Prozesse

Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die zentralen Prozesse, die in der NG regelmäßig angewendet werden. Dabei fließen unsere DNA und unsere Struktur ein und geben die Richtung vor, wie wir Prozesse gestalten.

Die zentralen Prozesse sind:

  • Entscheidungen – wie in der NG Entscheidungen getroffen werden.
  • Konfliktmanagement – Anregungen, wie du mit Konflikten umgehen kannst.
  • Sicherheit – wie wir mit Informationen umgehen, um die Bewegung zu schützen. Dieser Abschnitt ist noch nicht ausgearbeitet.
  • Evaluation – Anregungen und Strukturen, die dabei helfen, die Zusammenarbeit innerhalb der Kreise zu verbessern.
  • Meeting-Struktur – wie wir Meetings innerhalb der Kreise organisieren und welche Methoden sich bewährt haben.

Entscheidungen

In diesem Abschnitt erfährst du, wie in der NG Entscheidungen getroffen werden. Wir geben dir einen Überblick über Strukturen und Abläufe, zeigen dir verschiedene Möglichkeiten der Entscheidungsfindung und bieten Beispiele zur Orientierung.

Wer trifft Entscheidungen?

Entscheidungen werden bei uns gemeinsam getroffen – von dir, von mir und von allen im Kreis. Es wird von allen darauf geachtet, dass jede Stimme zu Wort kommt und gehört wird. Im besten Fall behält die Moderation des Kreistreffens im Blick, dass sich alle Personen angesprochen und eingeladen fühlen, ihre Meinung zu äußern. So gestalten wir Verantwortung miteinander und setzen unser Mandat wirkungsvoll um.

Jede Entscheidung eröffnet neue Möglichkeiten und wirkt über unseren Kreis hinaus, manchmal auch in andere Kreise hinein. Wir tragen diese Verantwortung im Kreis gemeinsam, da wir im Konsent entscheiden und jede Entscheidung von der ganzen Gruppe getragen wird. Bevor wir in Entscheidungsprozesse gehen, legt jeder Kreis eigenmächtig für sich fest, ab wie viel Prozent Anwesenheit der Kreis entscheidungsfähig ist; dabei sollte das Minimum bei 50 Prozent der Aktiven liegen.

Wie werden Entscheidungen getroffen?

Es gibt drei Arten, wie wir in der NG Entscheidungen treffen. Sie haben unterschiedliche Vor- und Nachteile und bieten sich daher für unterschiedliche Situationen an. In allen Fällen ist es sehr wichtig, dass die Entscheidung im Protokoll festgehalten wird. Denn viele Probleme erwachsen daraus, dass Verwirrung darüber entsteht, ob schon eine Entscheidung getroffen wurde.

Bei wichtigen Entscheidungen haben wir festgestellt, dass es von Vorteil ist, diese mindestens drei Arbeitstage vorher im Kreis anzukündigen. Manche anstehenden Entscheidungen brauchen etwas Vorlauf, um darüber nachzudenken und eine Positionierung für sich zu finden oder einen Vorschlag beziehungsweise Änderungswünsche zu entwickeln.

Innerhalb der Kreise werden Entscheidungen grundsätzlich gemeinsam und auf Augenhöhe überwiegend per Konsent getroffen. Konsent ist ein Entscheidungsprinzip, bei dem ein Vorschlag angenommen wird, wenn kein schwerwiegender, begründeter Einwand dagegen vorliegt.

Kurz: Entscheidungen werden dezentral, transparent und mit Fokus auf Konsent getroffen – damit alle die Entscheidung tragen können, auch wenn nicht immer alle hundertprozentig begeistert sind.

Wo werden Entscheidungen dokumentiert?

Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, notieren wir dazu das Nötigste in einer einfachen Liste, einer Tabelle oder einem festen Channel – je nachdem, wie ihr euch im Kreis organisiert, was zu euch passt und was ihr auch tatsächlich wiederfindet. Bewährt hat sich die Protokollvorlage weiter unten. Darin haltet ihr in knapper Form fest: Wann hat das Treffen stattgefunden? Wer war beteiligt? Was wurde entschieden? Warum? Und: Welche Widerstände gab es?

Entscheidungen treffen: drei Arten

1. Nach der groben Stimmung entscheiden

Durchführung: Ein Vorschlag oder eine offene Frage, auf die dann eine Antwort gefunden wird. Mehrere Stimmen hören: „Bitte wedelt einmal mit den Händen, ob das für euch passt." – „Okay, das scheint gut genug zu sein, dann machen wir es so."

Anwendung: Bei kleinen Punkten, die wenig Grundsatzfragen aufwerfen. Beispielsweise in Arbeitskreisen: „Sollen wir die Mail morgen rausschicken?"

2. Konsent-Prozess

Durchführung: Vorschlag einbringen, Fragerunde (keine Meinungen), Meinungsbildung, Konsentformung. Der Vorschlag wird in einem Satz noch einmal für alle wiederholt. Dann geben alle gleichzeitig eines der folgenden Zeichen:

  • Daumen hoch: volle Zustimmung.
  • Eine Hand hoch: Der Vorschlag wird angenommen, es gibt aber eine Anmerkung. Diese wird notiert und gegebenenfalls eingearbeitet.
  • Zwei Hände hoch: nicht angenommen, es gibt schwerwiegende Einwände oder Bedenken. Beim nächsten Treffen wird der Vorschlag angepasst oder ein neuer gemacht, der Prozess beginnt von vorn.

Anwendung: Bei allen anderen Punkten, insbesondere bei Richtungsentscheidungen. Beispielsweise: „Sollen wir in drei Monaten eine Kampagne gegen diesen Konzern machen?" Den genauen Ablauf findest du weiter unten.

3. Abstimmung per Wahl

Durchführung: Kommt zur Anwendung, wenn der Konsent-Prozess zu keiner zufriedenstellenden Entscheidung geführt hat. Der Vorschlag wird zusammengefasst und klar für die Abstimmung formuliert, dann wird gewählt; die einfache Mehrheit bestimmt.

Anwendung: Nur in Notfällen – und bei zwei bis drei gescheiterten Konsent-Versuchen, weil es gefährlich ist, gar keine Entscheidung zu treffen.

Konsent-Prozess im Detail

1. Vorschlag einbringen

Ein Vorschlag wird eingebracht und allen Beteiligten vor dem nächsten Treffen zugänglich gemacht. Dies kann bereits durch eine Ankündigung im vorherigen Meeting oder asynchron geschehen, zum Beispiel als Agenda im Protokoll. Eine wichtige Entscheidung sollte bereits im Vorfeld angekündigt werden, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Wenn alle Beteiligten im Vorfeld die Möglichkeit haben, sich bereits eine Meinung zur Thematik zu bilden, erleichtert dies ein strukturiertes Feedback.

Hinzu kommt, dass Kreiskoordinatorinnen und -koordinatoren die Möglichkeit haben, wenn nötig die Thematik in ihrem Kreis zu besprechen und dieses Feedback mit in den Entscheidungsprozess einfließen zu lassen. Außerdem können Ansprechpersonen bei Rückfragen vorab kontaktiert werden. Im Meeting, in dem dann nach dem Konsent-Prozess entschieden wird, stellt die Ansprechperson den Vorschlag vor.

2. Fragerunde

Nachdem der Vorschlag eingebracht wurde, gibt es eine strukturierte Feedback- und Fragerunde, um Unklarheiten zu klären und Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Die Fragen werden je nach Anzahl der Wortmeldungen spontan oder reihum gestellt. Erst wenn es keine Fragen mehr zum Vorschlag gibt, wird zur Meinungsbildung übergegangen.

Antworten kann prinzipiell jede beteiligte Person geben, in der Praxis ist es oft die Person, die den Vorschlag gemacht hat. Die Antworten sollten mit dem Vorschlag visualisiert, also zum Beispiel im Protokoll notiert werden, damit die Teilnehmenden die Informationen im folgenden Prozess stets vor Augen haben.

Um sicherzustellen, dass alle Beteiligten den Vorschlag nachvollziehen können, sollte genügend Zeit für Verständnisfragen eingeräumt werden, bevor Meinungen geäußert werden. Als Gesprächsleitung ist darauf zu achten, dass Fragen nicht mit einer Bewertung oder Meinung vermischt werden. Ein Beispiel dafür wäre: „Führt diese Vorgehensweise nicht zu überhöhten Kosten?" In solchen Fällen lohnt es sich, freundlich darauf hinzuweisen, dass später ausreichend Gelegenheit zur Meinungsäußerung besteht. Sollten im weiteren Verlauf noch Unklarheiten entstehen, können selbstverständlich jederzeit Fragen gestellt werden.

3. Meinungsbildung

Gemeinsam als Gruppe wird nun geprüft, ob schwerwiegende Einwände zum Vorschlag bestehen. Dazu bittet die Gesprächsleitung reihum alle Teilnehmenden, ihre Einschätzung zum Vorschlag mitzuteilen, und erfragt, wie es ihnen damit geht. Um eine faire Gesprächskultur zu ermöglichen, sollten die Wortbeiträge in ihrer Dauer ausgewogen bleiben, sodass dominante Rednerinnen und Redner nicht zu viel Raum einnehmen. Dazu ist es ebenfalls möglich, mit einer Zeitvorgabe zu arbeiten und diese gemeinsam vorab festzulegen.

Die geäußerten Standpunkte können zusätzlich stichpunktartig visualisiert werden. Dann ist es möglich, im Verlauf noch einmal darauf zu blicken. Nach der ersten Runde der Meinungsäußerungen folgt eine zweite, in der alle erneut zu Wort kommen.

In der zweiten Meinungsrunde haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Einschätzung im Lichte der zuvor gehörten Beiträge noch einmal zu überdenken oder zu verändern. In der Regel reichen zwei Meinungsrunden aus. Sobald sich ein klares Stimmungsbild abzeichnet und es keine schwerwiegenden Einwände mehr gibt, kann der Vorschlag entsprechend angepasst werden. Die überarbeitete Fassung sollte anschließend allen sichtbar gemacht werden, damit eindeutig erkennbar ist, worüber im nächsten Schritt das Konsent abgegeben werden soll.

4. Konsentformung

Der vorliegende Vorschlag wird nun in den Konsent-Prozess gegeben. Dazu wird er noch einmal ersichtlich in einem Satz vorgetragen. Dann werden alle Teilnehmenden gebeten, gleichzeitig per Handzeichen ihr Konsent zu geben. Dabei stehen drei Antwortoptionen zur Verfügung.

Konsent – Zustimmung, Daumen hoch. Der Vorschlag wird vollständig angenommen.

Einfacher Einwand – eine Hand erhoben. Ein solcher Einwand bedeutet, dass man noch einen Hinweis oder eine Ergänzung zum vorgeschlagenen Beschluss hat, die Entscheidung jedoch unabhängig davon mitträgt. Das Treffen der Entscheidung ist also möglich. Der Einwand kann gehört und gegebenenfalls integriert werden, muss es aber nicht.

Kein Konsent: schwerwiegender Einwand – beide Hände erhoben. Der schwerwiegende Einwand wird dann gegeben, wenn der vorliegende Vorschlag die Vision, Mission, Ziele oder die vereinbarten Werte in Gefahr bringt. Im Falle des schwerwiegenden Einwands wird eine Begründung bei der Person erfragt, die den Einwand gegeben hat, zum Beispiel: „Was benötigst du, damit du deinen Konsent geben kannst?" Der Vorschlag wird entsprechend der Begründung angepasst und erneut zum Konsent gestellt. Es kann sinnvoll sein, mit dem angepassten Vorschlag noch eine Meinungsrunde durchzuführen.

Es kann so lange keine Entscheidung getroffen werden, wie mindestens eine Person ihren schwerwiegenden Einwand aufrechterhält. Ob ein Einwand schwerwiegend ist oder nicht, entscheidet allein die Person, die ihn gegeben hat – unabhängig von Rolle und Namen. So wird das Prinzip der Gleichberechtigung erfüllt. Der schwerwiegende Einwand darf in keinem Fall von der Kreiskoordination oder irgendeiner anderen Person überstimmt werden.

Sind alle schwerwiegenden Einwände ausgeräumt und zurückgenommen, ist der Beschluss gefasst und kann in einem Protokoll dokumentiert werden.

Es kann passieren, dass es nach mehreren Anpassungen und Meinungsrunden weiterhin schwerwiegende Einwände gibt. Um entscheidungsfähig zu bleiben, empfiehlt es sich, nach zwei bis drei Besprechungsterminen das Abstimmungsverfahren anzuwenden, sodass eine Entscheidung getroffen wird.

Quelle: Entscheidungsfindung im Konsent (Soziokratie), viadee spark, Stand 12.09.2025. Die Ausführungen im Abschnitt Konsent-Prozess im Detail stammen zu überwiegenden Teilen aus dieser Quelle und wurden zum Teil wörtlich übernommen.

Konfliktmanagement

Unsere Grundhaltung zu Konflikten

In unseren Leitlinien fürs Miteinander haben wir unsere Haltung zum Umgang mit Konflikten festgehalten: Konflikte gehören dazu, und wir sehen sie als Chance, etwas zu lernen und zu wachsen.

Hilfreiche Tipps bei Konflikten

  • Gewaltfreie Sprache verwenden
  • Schuldzuweisungen vermeiden
  • Ich-Botschaften senden
  • Person und Verhalten trennen: Kritik an Handlungen, nicht an Personen
  • Unstimmigkeiten frühzeitig und ehrlich ansprechen – Prävention statt unter den Teppich kehren
  • Unterstützung von außen dazuholen

Vorgehen bei Konflikten

  1. Selbstklärung. Zuerst eigene Gefühle, Bedürfnisse und Erwartungen reflektieren.
  2. Direktes Gespräch. Betroffene sprechen zeitnah und respektvoll miteinander.
  3. Unterstützung holen. Wenn das direkte Gespräch nicht ausreicht oder zu schwierig ist, kann das Konfliktbegleitungs-Team aus dem Gemeinschaftskreis kontaktiert werden. Das Team unterstützt durch moderierte Gespräche, Mediation, emotionale Unterstützung, Weitervermittlung oder andere passende Verfahren.

Meeting-Struktur

Dieser Abschnitt wird noch erarbeitet. Geplant sind eine Einleitung, eine Beschreibung, wie Meetings innerhalb der NG typischerweise aufgebaut sind, und eine Sammlung von Moderationstechniken.

Vorlage Protokoll

Diese Vorlage hat sich für die Protokolle der Kreistreffen bewährt.

Kopf des Protokolls

  • Ordner des Kreises und Link zum Meeting-Raum
  • Urlaube und Abwesenheiten mit Name und Zeitraum
  • Datum des Treffens
  • Anwesend, Moderation, Protokoll

Action Points

Je Eintrag: Priorität, wer zuständig ist, eine Beschreibung, der Status und gegebenenfalls ein Link.

Updates

Je Eintrag: vorgesehene Minuten, wer berichtet, das Update selbst und der Status.

Agenda

Je Eintrag: Priorität, wer einbringt, vorgesehene Minuten, der Punkt selbst und der Status. Formuliert die Punkte so, dass beim Nachlesen alles selbsterklärend ist. Für die Priorität hat sich diese Skala bewährt:

  • 3 – revolutionsgefährdend, wenn nicht besprochen
  • 2 – sehr wichtig, ich bleibe, bis er besprochen wird
  • 1 – wichtig
  • 0 – bei Zeitdruck vertagen

Evaluation

Eine regelmäßige Evaluation hilft dabei, Strukturen innerhalb der Kreise zu verbessern, und fördert eine gemeinsame Weiterentwicklung in der Zusammenarbeit. Sie bietet die Möglichkeit, dass alle immer mal wieder auf das schauen, was läuft – und darauf, was vielleicht besser laufen könnte. So bekommen kleine Probleme gar nicht erst die Chance, groß zu werden. Außerdem kann jede Person ihre Meinung und Ideen einbringen, damit das Team gemeinsam weiterkommt.

Die kontinuierliche gemeinsame Auswertung fördert so ein Klima der Offenheit und Lernbereitschaft und stärkt das Engagement aller Personen. Das macht die Arbeit nicht nur transparenter, sondern hält die Kreisstruktur auch flexibel. Außerdem kann gemeinsam und zeitnah mit Anpassungen reagiert werden, die der Kreis benötigt. Kurz gesagt: Mit einer entspannten Auswertung bleibt die Zusammenarbeit lebendig und jede Person kann sich aktiv einbringen.

Im Folgenden wird ein Prozessvorschlag mit zwei Varianten vorgestellt. Dabei ist zu beachten, dass so ein Prozess nicht zwingend eins zu eins übernommen werden muss, sondern an die jeweiligen Bedürfnisse der Kreise angepasst werden kann, etwa Häufigkeit und Zeitaufwand. Auch wenn ein Evaluationsprozess im ersten Schritt aufwendig wirkt, lohnt sich der investierte Zeitaufwand, weil er wertvolle Erkenntnisse bringt und die Zusammenarbeit langfristig stärkt.

Retrospektive

Der hier vorgestellte Prozess geht davon aus, dass er regelmäßig durchgeführt wird. Denn es handelt sich dabei um einen Rückblick, der dazu dient, aus vergangenen Ereignissen zu lernen und zukünftige Abläufe zu verbessern. Der Prozess wird mittels Protokoll festgehalten, sodass gemeinsam erarbeitete Prozessvorschläge dokumentiert und jederzeit wieder herangezogen werden können.

Empfohlene Häufigkeit: einmal im Monat. Zeitaufwand: etwa 30 Minuten.

  1. Einstieg. Begrüße alle Teilnehmenden und erkläre kurz Zweck und Ablauf der Retrospektive. Ermutigt alle zur aktiven und offenen Teilnahme.

  2. Check-in. Was waren deine Highs und Lows des letzten Monats? Alle teilen ihre Gedanken und Erfahrungen zu den Ereignissen des vergangenen Zeitraums.

  3. Diskussion. Wenn genügend Zeit ist, können Variante A und B im gleichen Meeting durchgeführt werden. Ansonsten konzentriert euch auf eine der beiden.

    Variante A: Alle Teilnehmenden besprechen gemeinsam die eingegangenen Punkte. Dabei werden die Ursachen hinter den aufgetretenen Stärken oder Problemen gemeinsam analysiert, ähnliche Themen gruppiert, priorisiert und inhaltlich vertieft.

    Variante B: Welche Änderungen haben wir uns in der letzten Retrospektive vorgenommen, und haben wir sie umgesetzt? Dazu ein Monats-Review (Was lief gut? Was lief nicht gut? Was sollten wir perspektivisch ändern?) und ein Rollen-Review (Was lief gut? Was lief nicht gut? Was sollten wir ändern, sodass alle ihre Rolle gut ausführen können?).

  4. Maßnahmen entwickeln. Das wollen wir im nächsten Monat konkret anders machen.

  5. Check-out. Abschließendes Feedback zur Retrospektive selbst, um die Methode weiter zu verbessern.

Ausführliches Feedback zu einer Maßnahme

Wenn eine Maßnahme genauer betrachtet werden soll, hilft dieser Fragebogen.

  1. Allgemeiner Eindruck. Wie klar und nachvollziehbar ist die Maßnahme für dich? Sehr klar, eher klar, unklar oder sehr unklar?
  2. Pre-Mortem: Risiken und Stolpersteine. Stell dir vor, die Maßnahme ist gescheitert. Was könnte der Grund gewesen sein?
  3. Plus-Delta. Was gefällt dir besonders gut am Vorschlag? Was sollte unbedingt verändert oder verbessert werden?
  4. Ampel-Feedback. Wie stehst du insgesamt zur Maßnahme? Grün heißt, du unterstützt sie voll. Gelb heißt, du hast Bedenken, die beachtet werden sollten. Rot heißt, du lehnst ab oder siehst große Risiken. Bitte begründe deine Einschätzung.
  5. Offene Fragen. Was ist dir noch unklar? Welche Fragen hast du zur Maßnahme?
  6. Perspektive. Aus welcher Rolle oder Perspektive gibst du Feedback, etwa lokale Gruppe, Orga oder Neueinsteigerin?
Kontakt

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